b4p best for planning. Daten sinnvoll verbinden

Methodenbeschreibung - Ziele und Grundsätze

Grundgesamtheit und Stichprobe

b4p folgt in der Methodik den hohen Standards der klassischen Mediaforschung. Grundgesamtheit, Stichprobe und Feldmodell sind analog zur ma-Pressemedien angelegt. 

Grundgesamtheit ist die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland, nach Hochrechnung der amtlichen Statistik zurzeit 69,56 Mio. Personen.

Zur repräsentativen Abbildung dieser Grundgesamtheit wurden für b4p 2016 insgesamt 30.190 zufällig ausgewählte Personen befragt.

Die Stichprobe wurde anhand des ADM-Stichprobensystems F2F (Face-to-Face) gezogen. Grundlage ist eine Flächenstichprobe: Sie beruht auf der Gemeindegliederung der Bundesrepublik – den intrakommunalen Gebietsgliederungen, die mit kommunalstatistischen Daten hinterlegt sind – und den für Navigationssysteme erstellten elektronischen Regionaleinteilungen.

Auf dieser Basis werden rund 53.000 Flächen elektronisch abgegrenzt, die mindestens 350 und im Durchschnitt rund 700 Privathaushalte enthalten. Aus diesen in „Netze“ gegliederten „Sample Points“ werden überschneidungsfreie Zufallsstichproben gezogen.

Die Ziehung der b4p-Stichproben erfolgt durch Ebert + Ebert GbR, Obertshausen.

Die Auswahl der Befragungshaushalte erfolgte nach vorheriger Begehung als reines Adressen-Random, die Auswahl der Befragungsperson im Haushalt nach ma-analogem Zufallsverfahren ("Schwedenschlüssel").

Befragungszeitraum und Institute

Die Befragung für b4p 2016 wurde in zwei Befragungswellen durchgeführt:

1. Befragungswelle

  • 15. September bis 07. Dezember 2014
  • 12. Januar bis 05. April 2015

2. Befragungswelle

  • 14. September bis 06. Dezember 2015
  • 11. Januar bis 06. April 2016

Insgesamt waren drei Institute an der Durchführung beteiligt:

1. IFAK Institut GmbH & Co. KG (10.029 Interviews)
2. Ipsos GmbH (10.136 Interviews)
3. GfK Media & Communication Research GmbH & Co. KG (10.025 Interviews)

Es wurde auf eine gleichmäßige Verteilung der Interviews innerhalb der Befragungszeiträume geachtet.

Jedes vierte Interview wurde neben den ohnehin üblichen Prüfungen speziell nachkontrolliert, mindestens eines pro Point. Die Ausschöpfung des Brutto-Ansatzes lag bei etwas über 70% (siehe Feldbericht b4p 2016 S. 317). Die Interviewdauer des mündlichen Teils lag bei knapp 60 Minuten.

b4p entspricht dem ZAW-Rahmenschema für Werbeträgeranalysen
und der europäischen Norm für Printmedienanalysen DIN EN 15707:2008.

Art der Befragung

Die Befragung war in zwei Teile gegliedert. Sie bestand aus einem rund einstündigen, mündlich-persönlichen Interview und einem 130 Seiten umfassenden Selbstausfüllbogen (SAB).

Das persönliche Interview enthielt, neben Informationsinteressen und umfangreichen demografischen Ermittlungen, fast alle Abfragen zur Mediennutzung. Es wurde computergestützt (CAPI) durchgeführt, wesentliche Teile davon (u.a. die Printnutzung) ma-analog per Touchscreen als Selbstauskunft (CASI).

Die Befragungssoftware wurde zentral von IfaD GmbH, Hamburg, programmiert und den Feldinstituten zur Verfügung gestellt. Im Selbstausfüllbogen wurden im Wesentlichen die Fragen zu Konsum, Märkten und Marken gestellt. Der Interviewer konnte den Fragebogen dazu beim Befragten hinterlassen und nach einiger Zeit wieder abholen. Auch die Selbstausfüller wurden zentral von IfaD erfasst und mit den mündlich-persönlichen Interviews zusammengeführt.

b4p fühlt sich weitestgehend dem Single-Source-Prinzip verpflichtet. Alle Persönlichkeitsstatements sowie Konsumverhalten und Mediennutzung stammen vom selben Befragten. Einzig bei den Abfragen zu Marken wurde ein Fragebogensplit vorgenommen. Die je nach Fassung originär fehlenden Informationen wurden später im Splitergänzungsverfahren per Fusion übertragen.

Gleiches gilt für Fragebogenaktualisierungen in den aktuellen Befragungswellen; hier wurden einige Merkmale neu aufgenommen oder ausgetauscht, die dann später per Rückinjektion ebenfalls in den Gesamtdatensatz übertragen wurden. Dadurch wird bei Erhaltung der großen Fallzahl eine jährliche Aktualisierung der Inhalte ermöglicht.

Medienabfrage

Bei der Abfrage der Mediennutzung steht im Vordergrund, dass möglichst gute Voraussetzungen für eine spätere Anpassung der Reichweiten an die währunggebenden Studien der agma geschaffen werden. Gleichzeitig können teils auch leichte Vereinfachungen der Abfrage umgesetzt werden, da es ja nicht um die originäre Erhebung der Reichweite geht.

Pressemedien

Bei den Pressemedien erfolgt die Abfrage im CASI Modus (Computer Assisted Self Interviewing). Nach dem Generalfilter ("In den letzten 2–3 Jahren schon mal etwas gelesen, geblättert oder angesehen"), bei dem die Vorlage wie bei der ma in Gruppen erfolgt, wird pro Titel die Frequenz des Lesens ("Wie viele der letzten 12 Ausgaben?") erfragt:

1 Ausgabe / 2–3 Ausgaben / 4–5 Ausgaben / 6–7 Ausgaben / 8–9 Ausgaben / 10–11 Ausgaben / 12 Ausgaben / Keine der letzten 12 Ausgaben.

Die Abfrage und Ausweisung von Titeln, die diese Teilnahmebedingungen der agma erfüllen (kostenpflichtig, IVW-geprüft, mindestens 12-mal jährliches Erscheinen), erfordert, dass diese auch zur ma angemeldet und dort ausgewiesen sind. Für Titel, die die Teilnahmebedingungen nicht erfüllen, wie kostenlose Kundenzeitschriften oder Titel, die seltener als monatlich erscheinen, genügt unter bestimmten Rahmenbedingungen die Ausweisung in der AWA (Näheres regeln die b4p Lizenzbedingungen).

Titelgruppe und Gattungen werden in folgender Reihenfolge abgefragt: Monatliche, 14-tägliche, wöchentliche, 2-monatliche, vierteljährliche Zeitschriften, darauffolgend überregionale und regionale Tageszeitungen (regional eingesteuert) sowie Supplements. Im Anschluss erfolgt die Gattungsabfrage für Nutzung und Abonnement des Lesezirkels und die Nutzung der Postzustellung „EINKAUFAKTUELL“.

Digitale Angebote

Bei der Nutzung von Internetangeboten, sei es stationär oder mobil, wird seit 2014 eine technische Messung in Form einer Parallelwelle durchgeführt. Zusätzlich werden ausgewählte Websites und Apps abgefragt. Beide Verfahren schaffen Bindeglieder zur Ausweisung von digitalen Angeboten.

Technische Messung, Parallelwelle

Die technische Messung der Internetnutzung erfolgte unter anderem im GfK Crossmedia Link Panel. Im Rahmen der Parallelwelle wurden wesentliche Inhalte des b4p Fragebogens, u.a. die Reichweitenabfragen zu klassischen Medien, an insgesamt 8.393 Panelisten gestellt. Im Anschluss wurde die Onlinenutzung dieser Panelisten über einen Zeitraum von 3 Monaten, und zwar vom 01.01.2015 bis 31.03.2015 sowie vom 01.01.2016 bis 31.03.2016 getrackt.

Für die Erfassung der mobilen Website- und App-Nutzung wurden 4.023 Panelisten im GfK Crossmedia Link Panel technisch gemessen.

Über die erhobenen gemeinsamen Merkmale wurden diese Daten per Fusion in b4p übertragen. Für die Onlineangebote erfolgte soweit möglich eine Anpassung an die Daten der ma Internet. Für Belegungseinheiten, mobile Website- und App-Nutzung erfolgte eine Niveaujustierung in den wichtigsten Zielgruppen.

Abgefragte Websites

Ca. 120 Internetangebote werden zusätzlich zur technischen Messung mittels einer bewährten Frequenzskala erhoben:

Täglich / Fast täglich / Mehrmals pro Woche / Etwa 1-mal pro Woche / Mehrmals pro Monat / Etwa 1-mal pro Monat / Alle 2–3 Monate / Seltener / Nie.

Dabei wird nur auf die „normale“ Website abgestellt: "Im Folgenden geht es um die Nutzung bestimmter Online-Angebote, also Webseiten mit der Adresse www.... Bitte geben Sie zu jeder Webseite an, wie häufig Sie diese normalerweise nutzen, egal ob beruflich oder privat. Gemeint ist hierbei jede Nutzung der Webseite, unabhängig vom Endgerät, allerdings NICHT die Nutzung einer App mit Smartphone oder Tablet-Computer. Apps sind kleine Programme oder Anwendungen, mit denen bestimmte Inhalte und Services genutzt werden können, die man sich gegen Geld oder auch gratis herunterladen kann (z.B. Spiele, Fahrplan-Auskünfte, Zeitungs-, Zeitschriften- und TV-Inhalte)."

Zusätzlich wird in den Bereichen Smartphone und Tablet-Computer die ortsunabhängige Nutzung auf den Geräten erhoben. Bei den Sites regionaler Abonnementszeitungen erfolgt eine regionale Einsteuerung.

Apps

Bei Apps wird in der Abfrage unterschieden zwischen Apps von Zeitschriften, von Zeitungen und von sonstigen Apps. Zusätzlich findet eine Differenzierung statt zwischen Smartphone und Tablet-Computer. Dann wird mit der gleichen Frequenzfrage gearbeitet wie bei "normalen" Websites, lediglich "mehrmals täglich" wird ergänzt.

Ausweisung

Nach der Modellierung der technisch gemessenen Reichweiten über alle geeigneten Bindeglieder und unter Berücksichtigung von Fallzahluntergrenzen, erfolgt eine Ausweisung der stationären Nutzung von Internetangeboten („fixed-line“ bzw. „big- screen“), der mobilen Nutzung mit dem Smartphone (Mobile Enabled Websites/„MEWs“ und sonstige Sites) sowie von Apps.

Dabei müssen Fallzahluntergrenzen beachtet werden, was insbesondere bei Apps zu Zusammenfassungen oder auch zur Nichtausweisung führt.

Neben den Gesamtangeboten werden, sofern gewünscht und sofern die dafür benötigten Zuordnungstabellen von den b4p Lizenznehmern zur Verfügung gestellt wurden, auch Belegungseinheiten ausgewiesen.

Für die Onlineangebote erfolgte eine Anpassung an die Daten der ma Internet, falls dort eine Ausweisung erfolgte. Für Belegungseinheiten und mobile Nutzung fand eine Niveaujustierung in den wichtigsten Zielgruppen statt.

Social Media

Die Nutzung sozialer Netzwerke wird differenziert im Selbstausfüllbogen erfragt. Hier wird die Frequenzfrage der "normalen" Websites erweitert um die Kategorie "mehrmals täglich"; "alle 2–3 Monate" entfällt. Zusätzlich liegen hier natürlich ebenfalls die Daten der technische Messung vor.

Soziale Netzwerke, die in der ma Internet ausgewiesen sind, werden an die Währungsstudie angepasst.

Plakat

Outdoor-Medien werden in b4p ebenfalls auf Währungsniveau und kompatibel zur ma Plakat ausgewiesen. Zur Verknüpfung mit der Währungsstudie werden Fragen zur Mobilität gestellt: Häufigkeit von Wegen außer Haus / Dauer der Außer-Haus-Wege an Werktagen, am Samstag und am Sonntag / Häufigkeit der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel / Art der Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr / Entfernung zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsplatz bzw. der Ausbildungsstätte.

TV und Radio

Die Abfrage von TV und Radio erfolgt mithilfe einer Frequenzfrage der Nutzung in Time Slots: z.B. "Denken Sie nun einmal an die Tage von Montag bis Samstag. An wie vielen von diesen 6 Werktagen sehen Sie im Allgemeinen morgens zwischen 6:00 Uhr und 9:00 Uhr Sendungen im Fernsehen? Denken Sie bitte auch daran, dass der Samstag oft anders abläuft als die anderen Werktage". Zusätzlich wird die senderspezifische Nutzung in den letzten zwei Wochen abgefragt. Bei Radio werden die Sender dabei regional eingesteuert.

Kino

Auch Kino wird analog zur Media-Analyse der agma erfasst. Erhoben wird der Besuch: Innerhalb der letzten 12 Monate / Die Frequenz des Kino-Besuches (2-mal die Woche oder öfter, 1-mal die Woche, 2–3-mal im Monat, 1-mal im Monat, 2–3-mal im Vierteljahr, 1-mal im Vierteljahr, seltener oder nie) / Letzter Besuch (innerhalb der letzten 7 Tage, 1–4 Wochen her, 1–3 Monate her, länger her).