b4p best for planning. Daten sinnvoll verbinden

Methodenbeschreibung - Ziele und Grundsätze

Grundgesamtheit und Stichprobe

b4p folgt in der Methodik den bewährten Standards der klassischen Mediaforschung. Grundgesamtheit, Stichprobe und Feldmodell sind analog zur ma-Pressemedien angelegt.

Grundgesamtheit ist die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland, nach Hochrechnung der amtlichen Statistik zurzeit 70,09 Mio. Personen.

Zur repräsentativen Abbildung dieser Grundgesamtheit wurden für b4p 2017 insgesamt 30.121 zufällig ausgewählte Personen befragt.

Die Ziehung der Stichproben erfolgte durch Ebert + Ebert GbR, Obertshausen, anhand des ADM-Stichprobensystems F2F (Face-to-Face). Grundlage ist eine Flächenstichprobe: Sie beruht auf der Gemeindegliederung der Bundesrepublik – den intrakommunalen Gebietsgliederungen, die mit kommunalstatistischen Daten hinterlegt sind – und den für Navigationssysteme erstellten digitalen Regionaleinteilungen.

Auf dieser Basis werden rund 53.000 Flächen abgegrenzt, die mindestens 350 und im Durchschnitt rund 700 Privathaushalte enthalten. Aus diesen in „Netze“ gegliederten „Sample Points“ werden überschneidungsfreie Zufallsstichproben gezogen.

Die Auswahl der Befragungshaushalte erfolgte nach vorheriger Begehung als reines Adressen-Random, die Auswahl der Befragungsperson im Haushalt nach maanalogem Zufallsverfahren („Schwedenschlüssel“).

Befragungszeitraum und Institute

Die Befragung für b4p 2017 wurde in zwei Befragungswellen durchgeführt:

1. Befragungswelle

  • 14. September bis 06. Dezember 2015
  • 11. Januar bis 06. April 2016

2. Befragungswelle

  • 19. September bis 11. Dezember 2016
  • 09. Januar bis 02. April 2017

Insgesamt waren drei Institute an der Durchführung beteiligt:

1. IFAK Institut GmbH & Co. KG (10.049 Interviews)
2. Ipsos GmbH (10.022 Interviews)
3. GfK Media & Communication Research GmbH & Co. KG (10.050 Interviews)

Es wurde auf eine gleichmäßige Verteilung der Interviews innerhalb der Befragungszeiträume geachtet.

Jedes vierte Interview wurde neben den ohnehin üblichen Prüfungen speziell nachkontrolliert, mindestens eines pro Point. Die Interviewdauer des mündlichen Teils lag bei knapp 60 Minuten.

Art der Befragung

Die Befragung war in zwei Teile gegliedert. Sie bestand aus einem rund einstündigen, mündlich-persönlichen Interview und einem 130 Seiten umfassenden Selbstausfüllbogen (SAB).

Das persönliche Interview enthielt, neben Informationsinteressen und umfangreichen demografischen Ermittlungen, insbesondere fast alle Abfragen zur Mediennutzung. Es wurde computergestützt (CAPI) durchgeführt, wesentliche Teile davon (u.a. die Printnutzung) ma-analog per Touchscreen als Selbstauskunft (CASI).

Die Befragungssoftware wurde zentral von IfaD GmbH, Hamburg, programmiert und den Feldinstituten zur Verfügung gestellt. Im Selbstausfüllbogen wurden im Wesentlichen die Fragen zu Konsum, Märkten und Marken gestellt. Der Interviewer konnte den Fragebogen dazu beim Befragten hinterlassen und nach einiger Zeit wieder abholen. Auch die Selbstausfüller wurden zentral von IfaD erfasst und mit den mündlichpersönlichen Interviews zusammengeführt. 

b4p fühlt sich weitestgehend dem Single-Source-Prinzip verpflichtet. Alle Persönlichkeitsstatements sowie Konsumverhalten und Mediennutzung stammen vom selben Befragten. Einzig bei den Abfragen zu Marken wurde ein Fragebogensplit vorgenommen. Die je nach Fassung originär fehlenden Informationen wurden später im Splitergänzungsverfahren per Fusion übertragen.

Gleiches gilt für Fragebogenaktualisierungen in den aktuellen Befragungswellen; hier wurden einige Merkmale neu aufgenommen oder ausgetauscht, die dann später per Rückinjektion ebenfalls in den Gesamtdatensatz übertragen wurden. Dadurch wird bei Erhaltung der großen Fallzahl eine jährliche Aktualisierung der Inhalte ermöglicht.

Medienabfrage

Bei der Abfrage der Mediennutzung steht im Vordergrund, dass möglichst gute Voraussetzungen für eine spätere Anpassung der Reichweiten an die währunggebenden Studien der agma geschaffen werden. Gleichzeitig können teils auch leichte Vereinfachungen der Abfrage umgesetzt werden, da es ja nicht um die originäre Erhebung der Reichweite geht.

Pressemedien

Bei den Pressemedien erfolgt die Abfrage im CASI Modus (Computer Assisted Self Interviewing). Nach dem Generalfilter („In den letzten 2–3 Jahren schon mal etwas gelesen, geblättert oder angesehen“), bei dem die Vorlage wie bei der ma in Gruppen erfolgt, wird in der b4p-Standardabfrage pro Titel der WLK und die Frequenz des Lesens („Wie viele der letzten 12 Ausgaben?“) gemeinsam erfragt:

1 Ausgabe / 2–3 Ausgaben / 4–5 Ausgaben / 6–7 Ausgaben / 8–9 Ausgaben / 10–11 Ausgaben / 12 Ausgaben / Keine der letzten 12 Ausgaben.

Die Abfrage und Ausweisung von Titeln, die die Teilnahmebedingungen der agma erfüllen (kostenpflichtig, IVW-geprüft, mindestens 12-mal jährliches Erscheinen), erfordert im Übrigen, dass diese auch zur ma angemeldet und dort ausgewiesen sind. Für Titel, die die Teilnahmebedingungen nicht erfüllen, wie kostenlose Kundenzeitschriften oder Titel, die seltener als monatlich erscheinen, genügt unter bestimmten Rahmenbedingungen die Ausweisung in der AWA (Näheres regeln die b4p Lizenzbedingungen).

Titelgruppe und Gattungen werden in folgender Reihenfolge abgefragt: Monatliche, 14-tägliche, wöchentliche, 2-monatliche und vierteljährliche Zeitschriften, darauffolgend überregionale und regionale Tageszeitungen (regional eingesteuert) sowie Supplements. Im Anschluss erfolgt die Gattungsabfrage für Nutzung und Abonnement des Lesezirkels und die Nutzung der Postzustellung „EINKAUFAKTUELL“.

Digitale Angebote

Bei der Nutzung von Internetangeboten, sei es stationär oder mobil, wird seit 2014 eine technische Messung in Form einer Parallelwelle durchgeführt. Zusätzlich werden ausgewählte Websites und Apps abgefragt. Beide Verfahren schaffen Bindeglieder zur Ausweisung von digitalen Angeboten.

Technische Messung, Parallelwelle

Die technische Messung der Internetnutzung erfolgte im GfK Crossmedia Link Panel. Im Rahmen der Parallelwelle wurden wesentliche Inhalte des b4p Fragebogens, u.a. die Reichweitenabfragen zu klassischen Medien, an insgesamt 10.231 Panelisten gestellt. Im Anschluss wurde die Onlinenutzung dieser Panelisten über einen Zeitraum von 3 Monaten, und zwar vom 01.01.2016 bis 31.03.2016 sowie vom 01.01.2017 bis 31.03.2017 getrackt.

Für die Erfassung der mobilen Website- und App-Nutzung wurden 5.360 Panelisten im GfK Crossmedia Link Panel technisch gemessen.

Über die erhobenen gemeinsamen Merkmale wurden diese Daten in b4p übertragen. Für die Onlineangebote erfolgte soweit möglich eine Anpassung an die Daten der ma Internet. Für Belegungseinheiten, mobile Website- und App-Nutzung erfolgte eine Niveaujustierung in den wichtigsten Zielgruppen.

Abgefragte Websites

Ca. 120 Internetangebote werden zusätzlich zur technischen Messung mittels einer bewährten Frequenzskala erhoben:

Täglich / Fast täglich / Mehrmals pro Woche / Etwa 1-mal pro Woche / Mehrmals pro Monat/ Etwa 1-mal pro Monat / Alle 2–3 Monate / Seltener / Nie.

Dabei wird nur auf die „normale“ Website abgestellt: „Im Folgenden geht es um die Nutzung bestimmter Online-Angebote, also Webseiten mit der Adresse www... Bitte geben Sie zu jeder Webseite an, wie häufig Sie sie normalerweise nutzen, egal ob beruflich oder privat. Gemeint ist hierbei jede Nutzung der Webseite, unabhängig vom Endgerät, allerdings NICHT die Nutzung einer App mit Smartphone oder Tablet.

Zusätzlich wird in den Bereichen Smartphone und Tablet die ortsunabhängige Nutzung auf den Geräten erhoben. Bei den Sites regionaler Abonnementszeitungen erfolgt eine regionale Einsteuerung.

Apps

Bei Apps wird in der Abfrage unterschieden zwischen Apps von Zeitschriften, von Zeitungen und von sonstigen Apps. Zusätzlich findet eine Differenzierung statt zwischen Smartphone und Tablet. Dann wird mit der gleichen Frequenzfrage gearbeitet wie bei „normalen“ Websites, lediglich „mehrmals täglich“ wird ergänzt.

Ausweisung

Nach der Modellierung der technisch gemessenen Reichweiten über alle geeigneten Bindeglieder und unter Berücksichtigung von Fallzahluntergrenzen, erfolgt eine Ausweisung der stationären Nutzung von Internetangeboten, der mobilen Nutzung mit dem Smartphone (Mobile Enabled Websites/„MEWs“ und sonstige Sites) sowie von Apps.

Dabei müssen Fallzahluntergrenzen beachtet werden, was insbesondere bei Apps zu Zusammenfassungen oder auch zur Nichtausweisung führt.

Neben den Gesamtangeboten werden, sofern gewünscht und sofern die dafür benötigten Zuordnungstabellen von den b4p Lizenznehmern zur Verfügung gestellt wurden, auch Belegungseinheiten ausgewiesen.

Für die Onlineangebote erfolgte eine Anpassung an die Daten der ma Internet, falls dort eine Ausweisung erfolgte. Für Belegungseinheiten und mobile Nutzung fand eine Niveaujustierung in den wichtigsten Zielgruppen statt. 

Social Media

Die Nutzung sozialer Netzwerke wird differenziert im Selbstausfüllbogen erfragt. Hier wird die Frequenzfrage der „normalen“ Websites erweitert um die Kategorie „mehrmals täglich“; „alle 2–3 Monate“ entfällt. Zusätzlich liegen hier natürlich ebenfalls die Daten der technische Messung vor.

Soziale Netzwerke, die in der ma Internet ausgewiesen sind, werden an die Währungsstudie angepasst.

Plakat

Outdoor-Medien werden in b4p ebenfalls auf Währungsniveau und kompatibel zur ma Plakat ausgewiesen. Zur Verknüpfung mit der Währungsstudie werden Fragen zur Mobilität gestellt: Häufigkeit von Wegen außer Haus/Dauer der Außer-Haus-Wege an Werktagen, am Samstag und am Sonntag/Häufigkeit der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel/Art der Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr/Entfernung zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsplatz bzw. der Ausbildungsstätte.

TV und Radio

Die Abfrage von TV und Radio erfolgt mithilfe einer Frequenzfrage der Nutzung in Time Slots: z.B. „Denken Sie nun einmal an die Tage von Montag bis Samstag. An wie vielen von diesen 6 Werktagen sehen Sie im Allgemeinen morgens zwischen 6:00 Uhr und 9:00 Uhr Sendungen im Fernsehen? Denken Sie bitte auch daran, dass der Samstag oft anders abläuft als die anderen Werktage“. Zusätzlich wird die senderspezifische Nutzung in den letzten zwei Wochen abgefragt. Bei Radio werden die Sender dabei regional eingesteuert.

Kino

Auch Kino wird analog zur Media-Analyse der agma erfasst. Erhoben wird der Besuch: Innerhalb der letzten 12 Monate / Frequenz des Kino-Besuches (2-mal die Woche oder öfter, 1-mal die Woche, 2–3-mal im Monat, 1-mal im Monat, 2–3-mal im Vierteljahr, 1-mal im Vierteljahr, seltener oder nie) / Letzter Besuch (innerhalb der letzten 7 Tage, 1–4 Wochen her, 1–3 Monate her, länger her).